Spielbericht aus Bommern
Lieber ohne Nerven
Es ist wohl zunächst mal kaum mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein - doch zumindest dieser eine Punkt, den der TuS Bommern beim 32:32 (14:17) gegen den TuS Volmetal ergatterte, war das Ergebnis eines beherzten Spiels, toller Moral und großer Nervenstärke.
Die vor allem Daniel Lieber beweisen musste, als es quasi um alles oder nichts ging. In der hektischen Schlussphase hieß es 31:32 aus Bommeraner Sicht - die letzten Sekunden tickten herunter. Freiwurf für die Hausherren - und ein rüdes Foul von Volmetals Marc Rode gegen Balazs Imre, zu Recht mit der Roten Karte bestraft. Konsequenz: Siebenmeter für die Bommeraner - ein Fall für Daniel Lieber. Gegen den Ex-Wittener Stefan Goldkuhle verwandelte er sicher - doch der Wurf musste noch einmal wiederholt werden.Volmetal wollte taktieren, stellte Mathias Kilfitt in den Kasten - doch das entsprach nicht dem Regelwerk, Goldkuhle musste wieder ‘ran. Und auch diesmal setzte Daniel Lieber den Ball sicher ins Eck - endlich konnten die Gastgeber das 32:32 bejubeln.
Mit diesem halben Happy End war eigentlich schon kaum noch zu rechnen, denn rund vier Minuten vor Schluss lag Bommern mit 27:31 hinten. „Die Jungs haben tolle Moral bewiesen - man sieht, dass das Team intakt ist. Am Ende muss man natürlich von einem Punktgewinn reden, doch wir haben die Nerven behalten“, so Trainer Dirk Hille, der neben Top-Torschütze Daniel Lieber (acht Treffer) auch Bastian Kessler lobte, der in der wichtigsten Phase das Heft in die Hand nahm und ganz wichtige Tore erzielte.
Der TuS Bommern begann die Partie tadellos, hatte in den ersten Minuten eine perfekte Trefferausbeute - und führte verdient mit 3:0 und 6:3. Gerade Daniel Lieber sprühte vor Spielfreude, schien endlich wieder ganz der Alte zu sein. Doch nach einer guten Viertelstunde verebbte diese erste starke Phase - und als Volmetal den lange verletzten Ex-Bommeraner Thomas Kersebaum brachte, kippte die Partie. „Den kannst du eben nie ganz ausschalten“, so Hille über den Linkshänder, der starke Aktionen hatte, bis zur Pause gleich viermal traf.
Auf Seiten der Gastgeber häuften sich die Fehler - das 14:17 beim Seitenwechsel ging daher in Ordnung. Doch selbst nach einem 17:21 (37.) und 21:25 (44.) blieb der TuS Bommern dran. Bastian Kessler narrte die Gästedeckung ein ums andere Mal, traf zum 25:26 (48.) und weckte damit wieder vollends die Hoffnungen seiner Teamkollegen.
Als Volmetal dann auf 31:27 davonzog, war die Entscheidung immer noch nicht gefallen. Jetzt patzten die Gäste, ließen beste Chancen (u. a. ein vergebener Kersebaum-Siebenmeter) liegen, brachten Bommern wieder ins Spiel. Tim Rinke traf zum 31:31 - das war 70 Sekunden vor Schluss. Es folgte die wohl packendste Minute der gesamten Bommeraner Verbandsliga-Saison - mit dem glücklichen Ende zum 32:32 durch den nervenstarken Daniel Lieber.




