Kein Druck für die 2. Mannschaft

Kein Druck für die 2.
Hagen. Die Hinrunde der Handball-Bezirksliga ist fast beendet. 13 von 15 Spieltagen sind gespielt und der TuS Volmetal II ist das erfolgreichste Team aus dem heimischen Kreis. Nachdem man in der letzten Saison aus der Landesliga absteigen musste, hat die Mannschaft um das Trainergespann Tim Schneider/Daniel Oelke nun wieder deutlich häufiger Grund zum Jubeln. Mit aktuell 22:4 Punkten und einem positiven Torverhältnis von plus 83 steht der TuS auf einem nicht unbedingt erwarteten zweiten Platz.
Vor der Saison war man sich im Volmetal noch nicht sicher wie leistungsfähig diese Mannschaft wirklich sein wird. „Unser Ziel war es, jeden Spieler individuell besser zu machen und die Teile dann zu einem guten Mannschaftsgefüge zusammenzusetzen“, erklärt Tim Schneider die Ausgangslage.
Mit Michael Ohrmann verließ vor Saisonbeginn ein abwehrstarker Routinier die Mannschaft. Andreas Pelka, der zum VfL Eintracht Hagen III wechselte, hatte zuvor mit Robin Schäfer und Niko Hilker ein ordentliches Torwart-Trio gebildet und Daniel Sklarski, der ebenfalls ersetzt werden musste, war ein durchschlagskräftiger Linkshänder. Zudem kam während der Saison Michel Bojda studienbedingt abhanden, neben Sklarski bester Torschütze der vergangenen Spielzeit.
Großartig verstärkt wurde die Mannschaft nicht. Die A-Jugendlichen Julius Blümel und Dominik Schmidt stießen zum Kader und mit Torwart Lukas Nöckel fand ein weiteres Volmetaler Eigengewächs den Weg zur zweiten Mannschaft. Mit Cedric Lorch kam ein „Allrounder“ hinzu und Axel Prepens brachte etwas mehr Erfahrung in die Mannschaft. „Natürlich fehlen uns die beiden besten Torschützen der letzten Saison, doch wir haben die Verantwortung mehr auf die einzelnen Spieler verteilt, was im Endeffekt gut funktioniert hat“, freut sich Coach Schneider über die Entwicklung seiner Mannschaft.
Die Stärke des Teams ist die gute Balance zwischen Abwehr und Angriff. Mit 326 kassierten Toren stellt man derzeit die drittbeste Defensive der Liga. Im Angriffs-Ranking rangiert der TuS mit 409 erzielten Treffern auf dem vierten Rang. „Trotzdem sehe ich noch ein paar Probleme in unserem Defensivverhalten. Daran müssen und werden wir noch arbeiten“, hält Schneider das Potenzial seiner Abwehrreihe für noch nicht ausgeschöpft.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Ausgeglichenheit der Mannschaft. Der beste Torschütze Niko Kötter belegt mit bisher 60 erzielten Treffern in der Liga-Liste lediglich den 13. Platz. Einen Alleinunterhalter gibt es also nicht, die Erfolgsgaranten sind weit gestreut.
Ein Warnschuss zur rechten Zeit.
Die Saison begann vielversprechend. Der Landesliga-Absteiger konnte die ersten drei Partien gewinnen und dabei auch den selbsternannten Topfavoriten TV Olpe mit 33:29 bezwingen. Als sich alle schon auf einem guten Weg wähnten, gab es eine 23:25-Niederlage bei der SG Attendorn/Ennest. „Das war vielleicht zur rechten Zeit ein Schuss vor den Bug“, sagt Tim Schneider rückblickend. Die Mannschaft verstand die Warnung, gewann anschließend acht Partien in Folge und übernahm die Tabellenführung.
Im letzten Spiel des Jahres sollte es dann zum großen Showdown kommen. Die HVE Villigst-Ergste empfing als Tabellenzweiter den Klassenprimus Volmetal II. Mit rund 60 Fans im Rücken, darunter auch der Großteil der ersten Mannschaft, wollte das TuS-Team die Spitze verteidigen. Zwar konnte man der Mannschaft nie absprechen, sich zu 100 Prozent einzusetzen, doch das junge Villigster Team war an diesem Tag einfach besser und setzte sich mit 36:30 durch.
Ein Punkt hinter der Spitze
Somit belegt Volmetals Zweitvertretung aktuell mit einem Punkt Rückstand auf Villigst-Ergste Platz zwei. Großen Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen, macht Tim Schneider seiner Mannschaft nicht. „Wir wollen uns weiter in allen Teilen verbessern, machen dann am Ende der Saison einen Strich drunter und schauen, was letztendlich dabei herumgekommen ist.“ Der direkte Wiederaufstieg wäre ein großer Erfolg, der auch dem Drittliga-Team zu Gute kommen würde, könnte man doch mit einer Landesliga-Reserve deutlich einfacher Talente für den eigenen Verein gewinnen.
Text: Kevin Herzog (WP vom 30.12.’16)
Foto: Katrin Kraja

Niko Kötters