Unser Fanclub schreibt: Nachtrag der Green Devils zum Derby gegen Eintracht Hagen

Heimspiel in Hagen

Am vergangenen Freitag bestritten wir, wie schon überall berichtet das „Überderby“ gegen unseren Stadtrivalen VFL Eintracht Hagen. Leider behielten beide Mannschaften Ihre Rolle und wir verloren deutlich gegen eine Mannschaft, die nicht in diese Liga gehört. Ja es klappte nicht auf dem Spiel, umso mehr aber auf der Tribüne, was uns an diesem Abend mal wieder viele Sympathien verschaff hat.

Alles begann mit einem Novum im Hagener Handballsport und ja wir denken auch im gesamten Bundesgebiet gab es nicht viele solcher Aktionen. Mit dem Derbymarsch, der im Vorfeld schon für viel Aufsehen sorgte, begann für uns das Derby. Nachdem sich am Höing bis 19:15 schon ca. 60 Leute einfanden, stießen ein paar Minuten später nochmal 140 mit den zwei Fanbussen dazu. Rasch bezog man Fahrbahnrand Position und lief nach der Sperrung der Straße lautstark in Richtung Ischelandhalle los. Dabei wurde der Marsch abwechselnd von grün weißen Schlachtrufen und Chören gegen die Hallennutzungsgebühr begleitet. „Hallennutzung ist kein Verbrechen“ hieß hierbei z.B. einer dieser kreativen aber auch ernstgemeinten Chöre.

Gegen kurz vor halb kamen wir dann auf den Vorplatz der Halle unterhalb der Halle an. Hier lösten wir die Veranstaltung auf, begaben uns aber noch nicht in die Halle. Als erstes wurden nochmal alle Fans richtig heiß gemacht. Auch einige Eintrachtfans begleiteten dieses Bild mit Staunen. Vielleicht ahnten diese schon, dass die Stimmung auf der Tribüne an diesem Tage nicht von den Heimfans dominiert werden sollte. Nun war es aber auch Zeit sich zügig in die Halle zu begeben. Wir bezogen, vom Spielfeld aus gesehen den linken Teil der Tribüne. Durch das hohe Aufkommen in der Halle hatten es allerdings viele Volmetaler schwer ihre Plätze im Block A zu erreichen. Dort angekommen wurden diese auch gleich mit grün weißen Fahnen ausgestattet. Jetzt fieberte man dem Einlauf unsere Jungs entgegen. Da sich dieser etwas verzögerte legten wir gleich mit ein paar Schlachtrufen los, welche die ganze Halle erfüllten. Viele Köpfe der heimischen Fans regten sich dementsprechend in unsere Richtung und erblickten das grün weiße Fahnenmeer. Der Einlauf unsere Jungs wurde dann von einem „Schwall von Emotionen“ begleitet, der in einem Konfettiregen endete.
Als das Spiel begann, legten wir los wie die Feuerwehr und mit den knapp 80 Mann auf den Stehplätzen erreichte die Stimmung auch für unsere Verhältnisse eine neue Dimension. Leider wurde dies etwas von dem beschissenen Start unserer Jungs getrübt. Was soll man jetzt machen? Wie andere Fans einfach aufgeben? Nicht mit uns. Ab jetzt gab es nur noch die Devise Party zu machen. Jeden Angriff und fast jede Abwehraktion wurde von uns lautstark unterstützt. Auch wenn es die Eintrachtfans noch so sehr versuchten und ihr Fanclub wesentlich besser besetzt war als sonst, kamen die 1000 Heimfans an diesem Abend nicht gegen uns an. Mission accomplished können wir an diesem Punkt sagen. Dies zeigte sich vor allem kurz vor dem Spielende. Da führt die Heimmannschaft mit 8 Toren, man ist ungeschlagener Tabellenführer (zumindest für den Tag) und wer steht im Block und macht Stimmung als hätte man die Meisterschaft gewonnen? Genau, wir! Das ganze Spiel, aber besonders diese eine sehr emotionale letzte Szene verdeutlicht noch einmal den Unterschied zwischen uns und anderen Fans. Auch wenn man verliert, auch wenn gerade diese Niederlage so weh tut, so waren und sind wir vor allem eines. Eine einzigartige Anhängerschaft. Eine Anhängerschaft, welche schon seit langem über die Grenzen Westfalens einen Ruf besitzt und dem Verein viele Sympathien verschaffen hat. Diese konnte man auch an diesem Tag vor allem wieder durch die Unterstützung von Fans anderer Verein sehen. Tus 03, die „RED LIONS“ aus Hohenlimburg und die „Supporters Korschenbroich“ haben viel zu dieser Stimmung beigetragen und wir wollen uns hiermit auch nochmal öffentlich bei euch bedanken! Nicht vergessen möchten wir natürlich auch nicht unseren Friesen, die sich sogar extra ein Hotel für das Derby gebucht haben. Eines möchten wir aber noch loswerden. Auch wenn es ein sehr emotionales Derby war und natürlich auch die ein oder anderen „netten Gesten“ nicht fehlten, so war es doch aber auch ein Derby das friedlich verlief und was für den Hagener Handballsport eine gutes Aushängeschild war!

Nun kommt mit dem Neusser HV aber auch schon wieder der nächste Hochkaräter, welche momentan an Position 1 liegt. Schon wieder sind wir in der krassen Außenseiterrolle, haben aber wieder nichts zu verlieren. Wenn man die technischen Fehler minimiert und endlich auch mal die einfachen Würfe im Netz versenken kann, so können wir dem Ligaprimus vielleicht ein bisschen ärgern. Dazu muss aber auch die Halle wieder da sein. Wir haben im letzten Heimspiel gesehen, dass gerade diese besondere Atmosphäre bei uns die Jungs nochmal richtig puschen kann, was uns dort bekanntlich 2 Punkte eingebracht hat. Also kommt alle ins Tal und feuert die Jungs genauso wie in Hagen an. Zusammen gehen wir durch dick und dünn.

Schau auf deine Brust, dort steht geschrieben dass du kämpfen musst.

Text: Sven Brackelsberg

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