Anhänger im Volmetal zeigen wie Derbystimmung geht! Am Ende ist das Ergebnis recht deutlich.

TuS Volmetal – Eintracht Hagen 28:38 (21:16)
„Am Ende haben wir die Köpfe hängen gelassen“

Die Anhänger des TuS Volmetal zählen zu den besten Fans der 3. Handball-Liga West, der VfL Eintracht Hagen hatte im Stadtderby die bessere Mannschaft. Beim Debüt des neuen Cheftrainers Niels Pfannenschmidt setzte sich der Favorit in der mit 505 zahlenden Zuschauern ausverkauften Sporthalle am Volmewehr mit 38:28 (21:16) durch und festigte damit den zweiten Tabellenplatz. Die Gastgeber stehen weiter auf Abstiegsrang 14.

Schon die Choreographie zum Einlauf des Heimteams, bei der 200 grüne Straboskope glänzten, war das Eintrittsgeld wert. „Was ihr hier aufzieht, ist ganz großes Kino“, sprach Eintracht-Newcomer Pfannenschmidt nach dem Spiel „der Halle“ ein großes Kompliment aus. „Die Stimmung hier ist geil. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr den Klassenerhalt schafft.“

Zwei Punkte dazu beisteuern wollten die Grüngelben, die ihrerseits von einer stattlichen Fan-Schar begleitet wurden, allerdings nicht. Nur in der Anfangsviertelstunde durften die Gastgeber auf eine Überraschung hoffen. Nach einem 0:3-Rückstand brachten Timon Schliepkorte, Philipp Dommermuth und der überragende TuS-Vollstrecker Silas Kaufmann das Team von Michael Wolf und Dirk Maruska dreimal in Führung. „Da hat uns die tolle Atmosphäre beflügelt“, sagte Wolf nach dem Spiel rückblickend. „Wir konnten das umsetzen, was wir trainiert haben, waren aggressiv in der Abwehr und ballorientiert, was unseren Gegenstoß eingeleitet hat.“

Doch dann, so der Volmetaler Übungsleiter, sei das passiert, „was eben passiert, wenn du nicht adäquat nachlegen kannst.“ Und dies gegen einen Kontrahenten, „der eine unglaubliche Qualität auf dem Platz hat.“

Mit fünf Treffern in Serie zum 10:15 (22. Minute) verschafften sich Jan von Boenigk und Co. erstmals Luft. Näher als auf drei Tore (13:16) sollten die Hausherren trotz allen Bemühens in der Folgezeit nicht mehr herankommen. Zur Pause glaubten nur noch Volmetaler Berufsoptimisten, dass die Partie noch eine Wendung erfahren könne. Zwei Treffer von Jan-Lars Gaubatz und Julian Renninger zum 16:23 ließen nach der Pause diese Hoffnungen schnell platzen. Spätestens beim 17:25 (34.) war die Partie endgültig entschieden.

Michael Wolf und Dirk Maruska verlängern

„Wir haben immer eine Antwort gefunden. Die Mannschaft ist ruhig geblieben und hat Tore erzielt, wenn sich die Zuschauer anschickten, ein Faktor zu werden“, machte Niels Pfannenschmidt seinem neuen Team am Ende ein Kompliment. „Wir hatten Bewegung in der Abwehr und ein gutes Tempospiel. Beim TuS Volmetal muss man erst einmal mit zehn Toren gewinnen.“ Den Schlusspunkt setzte der junge Linksaußen Tim Lindner in der 58. Minute. Zu diesem Zeitpunkt machte sich der Eintracht-Block längst zum Abschlussjubel fertig.

„Es war ein sehr gutes Spiel unserer Mannschaft. Vor allem hat das Team Emotionen gezeigt, und darum ging es“, sagte Eintracht-Sportdirektor Michael Stock nach der Schlusssirene, „es war ein sehr guter erster Schritt – nicht mehr und nicht weniger.“

Detlef Spruth, Klubchef des VfL Eintracht, macht eine verbesserte Grundeinstellung aus und erkannte, „dass die „Stimmung eine andere war, vor allem bei der Deckungsarbeit. Ich bin hellauf begeistert.“

Volmetals Abteilungsleiter Andre Blümel konnte seine Hintermannschaft angesichts der vielen Gegentore nicht loben: „34 Gegentreffer gegen Lemgo, 35 gegen Dormagen, 36 gegen Langenfeld und jetzt 38 gegen den VfL Eintracht sind deutlich.“

Trotz der am Ende (zu) hohen Niederlage (Michael Wolf: „Wir haben zum Schluss die Köpfe hängen lassen“) hatten auch die Volmetaler Fans an diesem Abend noch etwas zu beklatschen. Und zwar, als Hallensprecher Helmut Schulz bei der öffentlichen Pressekonferenz bekanntgab, dass Wolf und Assistent Dirk Maruska für eine weitere Saison zugesagt haben. Diese soll nach Möglichkeit in Liga drei stattfinden. Trotz der hohen Derby-Packung.

TuS Volmetal: Quick; Schliepkorte (1), Kowalski (3/1), Kaufmann (11), Kirsch(2), Dommermuth (3), Dominik Domaschk (1), Dennis Domaschk (1), Brockhaus, Kersebaum, Herzog, Eckervogt (6).

VfL Eintracht Hagen: Mahncke; Lindner (1), Tubic (5), Schneider (5), Fauteck (1), Weißbach (1), Renninger (4), Reinarz (6/1), Gaubatz (3), Prokopec (4/1), von Boenigk (8).

Stimmen zum Derby

Michael Wolf, Trainer TuS Volmetal: „Ein Riesenkompliment an die Zuschauer. Solch eine Atmosphäre gibt es in der 3. Liga woanders kaum oder gar nicht. Es ist einfach geil hier, nicht zuletzt deshalb habe ich meinen Vertrag verlängert.

Dirk Maruska, Co-Trainer TuS Volmetal: „Das zwar zweite Liga gegen untere dritte Liga und somit kein Gegner, gegen den wir punkten müssen.“

Niels Pfannenschmidt, Trainer VfL Eintracht Hagen: „Ich will mich gar nicht in den Vordergrund stellen. Hans-Peter Müller hat die Mannschaft unter der Woche sehr gut vorbereitet, für mich blieben nur noch ein paar Details übrig.“

Text: Rainer Hofeditz (WP Hagen)