Bericht über das Spiel beim Tabellenzweiten

Hagen. Die erste Kraft im Hagener Handball bleibt der VfL Eintracht Hagen. Das war vor dem Premieren-Stadtderby um Drittliga-Punkte zwar allgemein erwartet worden, aber die Deutlichkeit, mit der die Grüngelben den TuS Volmetal beim 31:22 (13:7)-Erfolg beherrschten, überraschte den einen oder anderen Handballfreund schon. Bereits nach zehn Minuten zeichnete sich beim Stand von 7:1 für die Gastgeber ab, dass es nur um die Höhe des Ergebnisses gehen würde.

Obenauf waren die Gäste aus dem Volmetal nur stimmlich. Nicht nur vor der Halle, wo der Fanclub Green Devils gegen 19.30 Uhr seinen Protestmarsch gegen Hallennutzungsgebühren ausklingen ließ, sondern auch auf den mit insgesamt 1400 Zuschauern besetzten Rängen. Rund 400 Fans outeten sich als Anhänger des TuS Volmetal.

Der Mannschaft indes gab das keine Sicherheit. Tim Lindner, Sebastian Schneider und Jan von Boenigk brachten den VfL Eintracht mit 3:0 in Führung, bevor Schlussmann Tobias Mahncke gegen Kevin Herzog einen Siebenmeter parierte. Jannis Fauteck ließ das 4:0 folgen. Den ersten TuS-Treffer durch Yannick Eckervogt beantworteten die Gastgeber mit einem weiteren 3:0-Lauf zum 7:1 (10.). Erst jetzt bat Gästetrainer Rob de Pijper zur Auszeit, die allerdings bis zum 13:5 (21.) wenig Wirkung zeigte. Nur weil bei den Gastgebern in den folgenden Minuten bis zur Pause die Konzentration nachließ, konnte der TuS etwas Ergebniskosmetik betreiben.

Die ersten drei Minuten nach Wiederbeginn waren die einzige Phase der Partie in der man das Gefühl haben konnte, es könnte vielleicht doch noch einmal spannend werden. Kevin Herzog per Siebenmeter und Luca Sackmann verkürzten auf 13:9. Aber der VfL Eintracht, der auf den grippekranken Simon Ciupinski verzichten musste, antwortete mit einer 4:0-Serie und hatte die Partie beim 17:9 (37.) wieder fest im Griff. Zu den Aktivposten im Eintracht-Spiel zählten neben Schlussmann Mahncke der Toptorschütze Sebastian Schneider, der pfeilschnelle Jan von Boenigk und besonders in Hälfte eins auch der junge Linksaußen Tim Lindner. Auf der rechten Außenbahn schied Dragan Tubic kurz vor der Pause verletzt aus und wurde durch Pavle Karacic ersetzt.

Beim TuS Volmetal blieb der durch eine Erkältung geschwächte Keeper Manuel Treude 60 Minuten auf der Bank. Sydney Quick, der durchspielte, wurde zwischenzeitlich von den Eintrachtlern warm geschossen ohne indes verhindern zu können, dass der VfL Eintracht in der 52. Minute nach von Boenigks drittem Treffer in Folge erstmals mit zehn Toren führte (28:18). Drei Minuten später war beim 30:18 der höchste Abstand erreicht.

„Es ist natürlich schwer, wenn man von Anfang an einem Rückstand hinterherlaufen muss“, analysierte Volmetals Toptorschütze Frederik Kowalski nach der Schlusssirene. „Und dann setzt sich die individuelle Klasse der Eintrachtler auch durch. Wir müssen unsere Punkte woanders holen.“

Dass es genug für den Klassenerhalt werden, wünschte dem TuS am Ende VfL-Coach Lars Hepp, der sich besonders angetan vom stimmungsvollen, aber jederzeit friedlichen Rahmen zeigte. „Von meiner Mannschaft war ich heute nicht so ganz überzeugt. Wir haben zeitweise die nötige Konsequenz vermissen lassen.“ Dass dennoch der höchste Saisonsieg heraussprang, dokumentiert die Kräfteverhältnisse.

VfL Eintracht Hagen: Mahncke, ab 50. Halfmann; Lindner (4), Karacic, Tubic (1), Schneider (7), Fauteck (2), Weißbach (2),
Renninger (2), Reinarz (3), Gaubatz, Prokopec (5/4), von Boenigk (5).
TuS Volmetal: Quick; Schliepkorte (1), Kowalski (6/1), Kaufmann, Kirsch (3), Dommermuth (2), Sackmann (3), Dominik Domaschk (1), Dennis Domaschk (1), Brockhaus (1), Kersebaum, Herzog (1/1), Eckervogt (3).

R. Hofeditz (WP-Hagen)