Ein Interview mit unserem Co-Trainer Jan Stuhldreher aus der Westfalenpost.

Guten Morgen liebe Taler. Heute ist Derby.
Wir fangen unsere Berichterstattung am heutigen Tag mit einem Interview an. Eine Verletzung beendete die Karriere von Jan Stuhldreher früh. Jetzt ist er Co-Trainer der Drittliga-Handballer des TuS Volmetal.
Im Interview mit der Westfalenpost Hagen spricht er über seine Ziele und natürlich auch über das heutige Heimspiel.

Immer wieder bremsen Verletzungen vielsprechende Talente aus. Aber nicht immer muss mit einem Karriereende auch der direkte Abschied vom Sport einhergehen. Als bestes Beispiel dafür dient Jan Stuhldreher vom TuS Volmetal. Der 29-Jährige war selbst seit seiner Jugend als Mittelmann im Handball unterwegs und gilt inzwischen als große Nachwuchs-Hoffnung als Trainer.

Herr Stuhldreher, seit wann sind Sie im Handballsport aktiv?

Schon seit meinem vierten Lebensjahr. Durch meinen Vater und Großvater, die beide gute Handballer waren, wurde es mir schon von klein auf mit auf den Weg gegeben.

Bei welchen Vereinen haben Sie bisher Station gemacht?

Angefangen und auch die meiste Zeit verbracht habe ich in der Jugend bei der SG Schalksmühle-Halver (SGSH), bis auf eine kurze Station beim VfL Eintracht Hagen. Im Seniorenbereich war ich ebenfalls bei der SGSH, bevor ich für ein halbes Jahr bei der HSG Menden-Lendringsen, die heute als SG Menden Sauerland Wölfe antreten, trainierte. Von da aus ging ich zum TuS Volmetal.

Der TuS Volmetal spielt in der Sporthalle Dahl regelmäßig vor großer Kulisse.
Der TuS Volmetal spielt in der Sporthalle Dahl regelmäßig vor großer Kulisse.
Im vergangenen Jahr mussten Sie Ihre Spielerkarriere beenden. Wie kam es dazu?

Im Jahr 2012 fingen bei mir die Probleme an der Patellasehne an. Rückblickend habe ich das Ganze wohl nicht ernst genug genommen. Die Schmerzen wurden einfach abgetapt. Das Ganze ist dann aber leider ins Chronische übergegangen. 2015 folgte eine Operation, die aber leider einen Knorpelschaden nach sich zog. 2016 folgte dann die zweite OP. Es wird aber nicht besser, so dass ich mir eingestehen musste, dass es mit dem professionellen Handball vorbei ist. Eine bittere Entscheidung.

Aber ohne viel Zeit zum Nachdenken wurden Sie in der vergangenen Saison dann als Interimstrainer beim TuS Volmetal eingesetzt. War es nicht ungewohnt auf einmal als Trainer vor der Mannschaft zu stehen?

Nach der Trennung von unserem damaligen Trainer Rob de Pijper übernahm ich gemeinsam mit Philipp Brüggemann den Posten. Das war eine ganz besondere Situation. Die ganze Mannschaft war in einer Jetzt-erst-recht-Stimmung, in der alle zusammenstanden. Die hat es uns leichter gemacht, aber ein Selbstläufer war es dennoch nicht. Rückblickend glaube ich, dass wir viele richtige Entscheidungen getroffen haben. Dabei hat mir bestimmt auch meine Zeit als Jugendtrainer in Schalksmühle weitergeholfen.

Auch nach der Verpflichtung von Michael Wolf und Dirk Maruska sind Sie im Trainergespann geblieben. Was sind Ihre Aufgaben?

Der Plan ist es, mich immer mehr einzubeziehen, so dass ich Erfahrung sammeln kann. Ich leite eine eigene Trainingseinheit am Freitagabend. Zudem versuche ich individuell auf die einzelnen Spieler einzugehen und in Kleingruppen die Taktiken zu besprechen. Zudem bereite ich unsere Spiele durch die Videoanalysen der Gegner vor.

Wie groß sind die Unterschiede zwischen dem Senioren- und dem Jugendbereich?

Im Jugendbereichbereich sind extreme Leistungsschwankungen innerhalb der Mannschaft schon fast normal. Das sieht man bei den Herren nicht ganz so extrem. Zudem ist es bei den Senioren natürlich noch einmal professioneller.

Was sind zukünftig Ihre Pläne?

Ich möchte schnell meine B-Lizenz erwerben. Die benötigt man, um als Trainer in der dritten Liga aktiv zu sein. Generell will ich mich viel weiterbilden.

Was zeichnet Sie als Trainer aus?

Ich bin sehr perfektionistisch. Manchmal vielleicht zu sehr, ich habe hohe Ansprüche. Da dauert so eine Trainingsvorbereitung auch schon mal eine Stunde. Aber das wird mit der Zeit und der Routine wahrscheinlich auch besser.

Am kommenden Samstag kommt es im Volmetal zum großen Derby gegen die SG Schalksmühle-Halver. Welche Bedeutung hat das für Sie als ehemaliger SG-Spieler?

Schalksmühle ist natürlich immer noch ein Teil von mir. Ich habe sehr viele Freunde dort, mein Trauzeuge ist der Physiotherapeut, ich kenne die Spieler. Das ist immer etwas ganz Besonderes.

Welches Ergebnis tippen Sie für das Derby?

(lacht) Derbys haben immer ihre eigenen Regeln. Es wird für uns sehr schwer werden, da unsere Verletzungsmisere anhält. Aber wir haben dafür auch die tollen Fans im Rücken. Ich tippe daher auf ein knappes 27:25 zu unseren Gunsten.

Das Interview für die Westfalenpost führte Linda Joy Sonnenberg
Quelle: Westfalenpost
Foto: TuS Volmetal