Unsere Torhüter Treude und Quick sind heiß auf’s Derby gegen Eintracht Hagen

Aus der Westfalenpost von heute:

Es ist im Handball das gleiche wie beim Fußball. Wenn ein so genannter „Underdog“ dem erklärten Favoriten ein Bein stellen will, muss er nicht zuletzt auf eine starke Torwartleistung bauen können. Das wird auch am Freitag ab 20 Uhr so sein, wenn sich in der Arena am Ischeland der VfL Eintracht Hagen und der TuS Volmetal im ersten Handball-Drittliga-Derby der Stadtgeschichte gegenüberstehen. Als Schlussmänner des krassen Außenseiters Volmetal sind Manuel Treude und Sydney Quick ohnehin schon hoch motiviert, als ehemalige Torhüter des VfL Eintracht Hagen sogar doppelt.

„Die Vorfreude ist enorm“, gesteht Sydney Quick, der seine fünfte Saison beim TuS Volmetal absolviert. Das letzte Spiel für den VfL Eintracht absolvierte der gelernte Werkstoffprüfer am 9. Juni 2012, als die Grüngelben durch einen 33:23-Erfolg im Relegations-Rückspiel bei der HSG Pohlheim unter dem damaligen ‘Trainer Khalid Khan den Drittligaerhalt schafften.

Quicks Anteil daran war allerdings überschaubar: In der 56. Minute wurde der damals 20-Jährige für Marco Stange eingewechselt, der zuvor 25 Bälle gehalten hatte und von den mehr als 100 mitgereisten Eintracht-Fans als „Vater des Sieges“ gefeiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Quick längst für einen Wechsel zum TuS Volmetal entschieden, der einige Wochen zuvor auf einem Verbandsliga-Mittelplatz ins Ziel gekommen war. In den folgenden Jahren durfte der 1,98-m-Mann unter Trainer Stefan Neff zwei Aufstiege und zuletzt den Drittligaerhalt feiern.

Manuel Treude folgte Quick vor zwei Jahren ins Volmetal. „Ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass ich bei Eintracht weiterkommen und mich weiterentwickeln kann“, blickt der 25-jährige Student zurück, der bei den Grüngelben zwischen erster und zweiter Mannschaft hin und her pendelte. Mit seinem neuen Klub durfte der 1,87 m große ­Schlussmann gleich in seiner Premierensaison den Sensationsaufstieg in Liga drei feiern. Der Klassenerhalt in der vergangenen Spielzeit war eine fast noch höher einzuschätzende Leistung, an der das Torwartduo (Treude: „Wir verstehen uns sehr gut. Wenn einer glaubt, dass der andere der Mannschaft gerade mehr helfen könnte, geht er von sich aus aus dem Tor ‘raus“) maßgeblichen Anteil hatte. Dass der Tabellenzehnte Volmetal mit nur 124 Gegentoren (VfL Eintracht 133) aktuell die fünftbeste Abwehr der Liga stellt, daran sind die beiden Schlussleute nicht unbeteiligt. Dafür hat der Angriff des Tabellenzweiten Eintracht 41 Treffer mehr erzielt als die Offensive der TuS.

Nicht nur deshalb sind die Gastgeber klarer Favorit: „Wir sind das kleine Dorf, das keiner auf der Rechnung hat“, so formuliert es Sydney Quick, „wenn wir verlieren, ist uns niemand böse. Aber wir werden natürlich alles daran setzen, die Überraschung zu schaffen und einen, wenn nicht sogar zwei Punkte mitzunehmen.“

„Die wissen gar nicht, wo Volmetal ist“

Als Motivationsanreiz kommt hinzu, dass Treude und Quick längst nicht die beiden einzigen aktuellen Volmetaler Akteure mit einer Eintracht-Vergangenheit sind. Auch Rückraummann Silas Kaufmann spielte schon in der Erstvertretung der Grüngelben. In der zweiten Mannschaft oder in Jugendteams des VfL waren Frederik Kowalski, Philipp Brüggemann, Luca Sackmann, Jens Stuhldreher, Yannick Brockhaus und Dennis Domaschk aktiv. „Wir sind die eigentliche Hagener Mannschaft“, sagt Sydney Quick angesichts der Tatsache, dass der VfL Eintracht mit Sebastian Schneider nur einen einzigen Volmestädter in seinen Reihen hat. Alle anderen Akteure kommen von auswärts. „Die wissen doch gar nicht, wo Volmetal ist“, mutmaßt Quick, „die müssen uns erst auf der Karte suchen.“

Spätestens am 18. Februar 2017 wird sich das ändern, denn dann steht das Rückspiel in Dahl an. Am Freitag wird erst einmal am Ischeland gespielt, wobei die Rollen klar verteilt sind. „Aber wenn wir ans Limit gehen, in der Abwehr gut stehen und eine gute Torhüterleistung abliefern, können wir jeden Gegner ärgern“, davon ist Manuel Treude überzeugt. Auch den VfL Eintracht?

Im Vorverkauf sind Tickets günstiger

Nummerierte Sitzplatzkarten für das Derby gegen den TuS Volmetal kosten im Vorverkauf in der Eintracht-Geschäftsstelle (Lange Str. 34) 12,50 bzw. 10,50 Euro(ermäßigt). An der Abendkasse, die am Freitag um 19 Uhr öffnet, sind die Tickets für 14 bzw. 12 Euro erhältlich. Dann kann man sich die Plätze nicht mehr aussuchen.

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