5 Sekunden für die Ewigkeit

Samstag der 12.03.2016. Der kleine Tus Volmetal schlägt den großen Nachbarn SG Schalksmühle Halver. In einem packenden Spiel setzten sich unsere Helden in letzter Sekunden mit 24:25 gegen einen hart fightenden Gegner in letzter Sekunde durch. Zwei wichtige Punkte für den Klassenerhalt aber zwei noch wichtigere Punkte für jeden, der die Farben Grün und Weiß im Herzen trägt.

Noch 5 Sekunden, Pass zu Silas, Pass zu Bommel und… und… er ist drin, der Ball ist verdammt nochmal drin. Es war dieser eine entscheidende Wurf, der die Halle in Halver in ein grün weißes Tollhaus verwandelte. Spieler und Fans sprangen auf der Tribüne, auf dem Spielfeld und sonst wo umher. Man wusste gar nicht, wen man zuerst umarmen sollte und wohin bloß mit diesen überwältigen Emotionen? Keine Ahnung aber irgendwo war noch Platz dazu und zum Glück hat es auch jeder Volmetaler ohne Blessuren überstanden. Ein Grund für den Erfolg waren aber auch wieder die zahlreichen Volmetaler Fans. Die Zahl wird auf ca. 250 geschätzt, wovon wir als Fanclub mit knapp 45 Leuten einen großen Anteil stellten. Es war für uns generell das mit Abstand größte Aufgebot, welches wir nicht nur in auswärtiger Halle, sondern allgemein auf die Beine gestellt haben. Nun aber zum Anfang. Das Derby versprach schon unter der letzten Woche ein heißer Tanz zu werden. Neben der brisanten Tabellensituation, sollte es in der ausverkauften Halle auch auf der Tribüne wieder zu einem Showdown kommen. Mit der Unterstützung durch die Fußballer des SC Lüdenscheid holte man sich auf Schalksmühler Seite zusätzliche Unterstützung. Ein heißer Tanz sollte somit vorprogrammiert. Wir standen dem jedoch, in Hinsicht auf unser eigenes Aufgebot, ziemlich gelassen gegenüber. Dies konnten wir auch sein. Alleine mit den Bussen reisten über 100 Anhänger mit nach Halver. Privat sollten es nochmal mehr als doppelt so viele sein. Nachdem man sich im Block häuslich eingerichtet hatte, begann mit den Vorbereitungen für den Einlauf. Ein Spruchband „Volmetaler Jungs“, welches innerhalb von zwei Tagen fertig gestellt wurde, sowie 150 grüne und weiße Fahnen mussten an den Mann gebracht werden. Unter großem Konfettiregen bekamen wir somit eine beeindruckende Einlaufchoreo hin, die vor allem bei den Heimfans für Aufsehen sorgte. Nun begann das Spiel und wir legten auf dem Spielfeld, sowie auf der Tribüne los wie die Feuerwehr. Es wurde gesungen, gehüpft und unsere Sprechchöre schalten durch die ganze Halle. Von den Fußballfans, sowie vor allem bei den heimischen SGSH Fans war kaum etwas zu hören. Zudem waren es wieder ausschließlich unsere Fahnen, welche die auf der ganzen Tribüne geschwungen wurden. Zum Ende der ersten Halbzeit mussten wir dann aber unserem dauerhaften Support erstmals Tribut zollen. Selbst bei den aktiven Sportlern wollte die Puste nicht mehr so, wie man selbst. Anfangs der zweiten Halbzeit plätscherten die Fans, aufgrund des einen engen Einlasses nur tröpfchenweise rein, sodass es ca. 3-4min dauerte, bis man wieder einen ordentlichen Support machen konnte. Das Spiel gewann in den folgenden Minuten immer mehr an Dramatik, was sich auch auf der Tribüne wiederspiegelte. Jetzt hielt es auch die eher ruhigeren Vertreter nicht mehr auf ihren Sitzen. Jedes Tor, jeder gehaltene Ball, ja jede kleine positive Aktion der eigenen Mannschaft wurde frenetisch bejubelt. Das Spiel ging hin und her und jeder auf dem Spielfeld, sowie auf Tribüne ging nun über seine 100% hinaus. Es entwickelte sich bei uns eine unglaubliche Stimmung, sodass man sogar das Megaphon nicht mehr hörte. Die Hütte kochte nun förmlich. Jedem war nun klar, was wir hier heute erreichen können und so holte die grün weiße Wand nochmal alles aus sich heraus. Nach Bommels Siegtreffer kannte dann der Jubel, wie schon eingangs beschrieben keine Grenzen mehr. Man hätte auch denken können, wir haben die Meisterschaft gewonnen, obwohl ein Derbysieg bekanntermaßen ja genauso wichtig ist.

Nach diesem so unglaublichen Spiel blicken wir aber, wie jedes Mal, weiter nach vorne. Es steht direkt das nächste Auswärtsspiel an und nach längerer Zeit geht es wieder in den hohen Norden. Um genau zu sein nach Friesland. Bisher haben wir aus dieser Region nur zwei von möglichen sechs Punkten geholt. Damit wir auch dort ein „ausgeglichenes Punktekonto“ vorweisen können, brauchen wir auch wieder die treuen und stimmungsgewaltigen Fans des Tus. Wir wissen, dass wir bei uns als auch gesamt das Kontingent vom Samstag bei Weitem nicht erreichen werden, doch sollten wir gerade jetzt ein klares Zeichen für die Mannschaft, aber auch für die Liga setzten. Es ist immer schön zu sehen, wenn gegnerische Trainer ihre Mannschaft vor der zu erwartenden Stimmung der Volmetaler Fans warnen. Genau so etwas wünschen wir uns auch trotz der weiten Fahrt in Friesland. Zeigen wir den Nordlichtern, dass sie nicht nur mit einem Sturm von der Nordsee rechnen müssen, sondern, dass dieser harte Wind auch aus einer anderen Richtung kommen kann. Lasst uns diese Euphorie mitnehmen und unsere Jungs zu den nächsten zwei Punkten tragen. Bis dahin lasst uns aber auch weiterhin den Moment eines Derbysiegers genießen.

König Volmetal

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