Blümels feiern auch ohne Einsatz
Es sollte eine Premiere werden, die allerdings nicht zustande kam. Worüber aber niemand böse war, wie Andre Blümel, Handball-Chef des Drittligisten TuS Volmetal, glaubhaft versichert.
„Die Blümels heute mal geschlossen auswärts“, hatten die „Taler“ am vergangenen Samstagnachmittag auf ihrer Facebook-Seite gepostet und dazu ein Bild von Andre Blümel sowie seinen Söhnen Julius und Yannick gestellt. Die beiden letzteren, eigentlich in der Volmetaler Landesliga-Reserve aktiv, machten die Tour zum Auswärtsspiel bei HSG Lemgo II mit, um das Team von Trainer Michael Wolf unterstützen zu können. Der 24-jährige Yannick war für die Abwehr eingeplant, in der Frederik Kowalski und Philipp Brüggemann fehlten, sein sechs Jahre jüngerer Bruder Julius als Alternative im Rückraum, da man den lädierten Michael Romanov nicht als spielfähig auf dem Zettel hatte.
Aber die Blümels, die nicht im Spielbericht auftauchten, blieben auf der Bank. Zum einen, weil die Abwehr auch ohne Kowalski und Brüggemann einen guten Job machte und mit 22 Toren so wenige Treffer zuließ wie vorher in dieser Saison noch nie. Zum anderen, weil sich Romanov im zweiten Abschnitt zur Überraschung der meisten gesundmeldete und nach seiner Einwechslung drei Tore erzielte. Am Ende hatte der TuS Volmetal mit 26:22 die Nase vorn.
„Das war die Hauptsache“, sagt Abteilungsleiter Andre Blümel. „Von den beiden Jungs war keiner enttäuscht, sie haben auf der Rückfahrt mitgefeiert.“ Yannick Blümel, der noch nie im Drittliga-Team spielte, läuft so nicht Gefahr, sich oben „festzuspielen“. Und Julius, der als 18-Jähriger hin und her wechseln kann wie er will und wie er gebraucht wird, hat seine Qualitäten schon beim Sieg gegen die Mendener Sauerland Wölfe unter Beweis gestellt. Da die Landesliga-Reserve spielfrei ist, könnte seine Zeit schon beim nächsten Heimspiel am Samstag um 19.45 Uhr gegen den VfL Gummersbach II wieder kommen.
Rainer Hofeditz

