Die Sportstätten-Nutzunbgsgebühr kommt! Umlage auf alle Hagener Sportvereine. Der Artikel aus der WP.

Vom SSB erwogene Alternative zur Energie- und Bewirtschaftungsumlage für Sportstätten kommt nicht zustande.
Mitgliederversammlung abgesagt.

Hagen. Lange hat es gedauert und bis zuletzt wurde nach Alternativen gesucht. Letztlich ohne Erfolg. Alles spricht dafür, dass die politisch längst beschlossene Energie- und Bewirtschaftungsumlage für die Nutzung von Sportstätten in zwei Wochen endgültig auf den Weg gebracht und ab dem 1. Januar 2018 erhoben wird. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Stadtsportbundes, die für den 11. Dezember terminiert war, findet nicht statt. Denn das Alternativmodell einer „Sport-Solidar-Abgabe“, das bei dieser Tagung diskutiert werden sollte, kommt nicht zustande.

Zur Erinnerung: Am 17. März 2016 beschloss der Rat der Stadt Hagen die Einführung einer Energie- und Bewirtschaftungsumlage für Sportstätten. Sie soll nur von den erwachsenen Sportlern erhoben werden und insgesamt 180 000 Euro einbringen. Später wurde festgelegt, dass die Schwimmsportler von diesem Betrag 40 000, der „Restsport“ 140 000 Euro aufbringen sollte. Wobei von Anfang an ungeklärt war, ob es sich um einen Brutto- oder Nettobetrag handelt.

Die Durchführung der Gebührenerhebung verzögerte sich, weil für deren Verbuchung zuerst ein Betrieb gewerblicher Art gegründet und finanzielle Aspekte mit dem Finanzamt abgeklärt werden sollten. Beides ist inzwischen geschehen. Mit dem Ergebnis, dass auf die 180 000 Euro ein Mehrwertsteuerbetrag von 34 000 Euro (19 Prozent) draufgerechnet werden muss, die Vereine also einen Gesamtbetrag von 214 000 Euro pro Jahr aufzubringen haben.

Um das ganze Prozedere zu vereinfachen, wurde als Alternative zu den „Nutzungsgebühren“ die Idee einer „Sport-Solidar-Abgabe“ geboren. Nach dieser von Dieter Friedhoff, Chef der IG Haspe, ins Spiel gebrachten Variante sollte einfach für jeden der rund 38 000 im SSB organisierten Sportler eine Art Kopfsteuer abgeführt werden. Wobei sich, je nachdem ob jugendliche Sportler mitgezählt worden wären oder nicht, ein Betrag zwischen fünf und neun Euro pro Person ergeben hätte. „Das wäre einfach zu rechnen gewesen“, so SSB-Vorsitzender Reinhard Flormann.

Das Problem: Die Vereine sind höchst unterschiedlich strukturiert. Es gibt Klubs mit vereinseigenen Anlagen, die städtische Sportstätten deshalb weniger nutzen odar gar nicht, wie beispielsweise der Tennisclub Rot-Weiß Hagen oder der Märkische Golf Club. Dennoch wollte der SSB am 11. Dezember mit den Vereinen über das Solidar-Modell diskutieren.

Kleiner Trost: Ein Jahr gewonnen

Was der Stadtsportbund nicht wollte und konnte macht Reinhard Flormann deutlich: „Wir sollten die Solidar-Abgabe bei den Vereinen erheben und die Differenz ausgleichen, falls beispielsweise statt 180 000 nur 120 000 ‘reinkommen. Aber wir können nur das an die Stadt weiterleiten, was bei uns eingeht. Wir können zwar Rechnungen schreiben, haben aber keine Rechtsmittel, um das Geld einzutreiben.“

Damit ist die Sport-Solidar-Abgabe gestorben, die Energie- und Bewirtschaftungsumlage kommt. Bleibt als Trost für die Vereine: Durch den langwierigen Vorlauf ist ihnen die ungeliebte Gebühr ein ganzes Jahr erspart geblieben.

Quelle: R. Hofeditz (Westfalenpost Hagen)