Unsere Zweite ist die Überraschungsmannschaft der Landesligist.
Ein Artikel aus der Westfalenpost
Sucht man die Überraschungsmannschaft der Handball-Landesliga, nimmt dies nicht allzu viel Zeit in Anspruch. Der TuS Volmetal II ist als Aufsteiger aus der Bezirksliga sicherlich das Team, das man am wenigsten auf dem zweiten Tabellenplatz erwartet hätte. Insgesamt blickt Trainer Tim Schneider auf ein mehr als erfolgreiches Jahr 2017 zurück.
Mit 18:4 Punkten stehen die Grünweißen auf dem zweiten Tabellenplatz und haben dabei lediglich drei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer vom TuS Westfalia Hombruch. Vom Sprung in die Verbandsliga spricht im Volmetal jedoch niemand. „An einen erneuten Aufstieg denken wir erstmal gar nicht. Wir haben zwar gesehen, dass wir auch enge und von uns vielleicht auch mal schlechte Spiele gewinnen können, aber ich gehe davon aus, dass wir gegen die routinierten Mannschaften der Liga Probleme bekommen werden“, erklärt Schneider, der aber auch etwas Positives aus möglichen Niederlagen ziehen kann: „Erst dann werden wir sehen, wie gefestigt wir als Mannschaft sind. Im Erfolgsfall eine Einheit zu sein, ist einfach. Es kommt darauf an, auch bei Rückschlagen zusammenzuhalten und als Team aufzutreten. Dann zeigt sich der wahre Charakter einer Mannschaft, was für unsere Entwicklung sicherlich nicht unwichtig ist.“
Generell dürfte man im Hagener Süden mit der Entwicklung der Reserve mehr als zufrieden sein. Einzelne Spieler haben große Schritte nach vorne gemacht, die man in dem Maße gar nicht erwarten konnte. Als Beispiele dienen etwa Torwart Lukas Nöckel sowie die Rückraumspieler Timon Schliepkorte und Dominik Schmidt. Nöckel, den einige vor der Saison für die klare Nummer zwei hinter Robin Schäfer gehalten haben, entwickelt sich immer mehr zum Leistungsträger und hat mit einigen sehr guten Leistungen auf sich aufmerksam machen können. Schliepkorte ist aus dem Drittligateam des TuS in die „Zweite“ zurückgekehrt. „Da haben viele damit gerechnet, dass Timon einer unserer Leistungsträger wird. Was viele aber nicht sehen ist, dass er in der ersten Mannschaft auf Linksaußen gespielt hat“, sagt Schneider: „Bei uns hat er als Mittelmann eine ganz andere Aufgabe, die er allerdings als Führungsspieler und vorgezogener Abwehrspieler gigantisch löst.“ Und der groß gewachsene Rückraumspieler Schmidt – in der letzten Saison lediglich als höchst zuverlässiger Siebenmeterschütze in Erscheinung getreten – ist mittlerweile auch auf den Halbpositionen ein wichtiger Faktor geworden und mit 51/33 Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft.
Ausbildungsmannschaft
Ein weiteres Puzzleteil des Volmetalern Erfolgs ist die Abwehr. Angeführt von Yannick Blümel lässt Tim Schneider seine Mannschaft im 5:1-System agieren, wodurch man viele Ballgewinne generiert und somit zu Tempogegenstößen kommt.
Zudem ist es auch die Zusammenstellung des Kaders, die die Volmetaler Reserve so stark macht. „Wir haben mehr Wert darauf gelegt, Spieler zu haben, die wir noch entwickeln können“, beschreibt Coach Schneider, worauf man das Hauptaugenmerk gelegt habe: „Schließlich sind wir als zweite Mannschaft auch die Ausbildungsmannschaft für die Erste. Dass daraus ein solcher Erfolg resultiert, ist natürlich umso schöner und nicht zu erwarten gewesen.“ Damit der Volmetaler Aufschwung sogar im Verbandsliga-Aufstieg gipfelt, dazu müsste man eine perfekte Rückrunde spielen. Ein weiteres Jahr Landesliga wäre allerdings auch kein Beinbruch für die noch so junge Mannschaft.
Text: Kevin Herzog
