„Die Atmosphäre in einem Bundesliga-Fußballstadion ist nichts dagegen.“ Der Bericht zum Spiel aus der Sicht vom OHV Aurich ist sehr lesenswert!

Es ist natürlich gerade für den OHV Aurich e.V. – Ostfriesischer Handballverein e.V. brutal, was da am Samstag in der Handballhölle-Volmetal abgegangen ist.
Ein toller Bericht von deren Homepage: „Die Atmosphäre in einem Bundesliga-Fußballstadion ist nichts dagegen.“

Jetzt kommt es auf das letzte Spiel an
Erstellt von Silke Meyer.
OHV muss in jedem Fall gewinnen, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Das Spiel ist die Krönung des ganzen Spektakels. Ob der Trainer des TuS Volmetal, Tim Schneider, zwei Minuten vor Schluss, als seine Mannschaft 18:20 zurücklag, noch an etwas positiv Zählbares geglaubt hat? Gehofft immer. Und dass seine Mannschaft ein Unentschieden schaffen könnte, hatte er auch geglaubt: „Wir pressen gut. Und machen das ganz clever.“ Aber das Spiel noch zu gewinnen, sagt er, da sei dann auch das Glück dazugekommen.
Bei allem ausgelassenen Jubel und Trubel fühlen die Volmetaler aber auch ehrlich mit den Aurichern. Selbst die, die schon von vielen eigentlich unmöglichen Handballgeschichten erzählen können, sprechen von etwas noch nie Erlebtem.
Den Aurichern hätte ein Sieg mit zwei Toren Unterschied zum vorzeitigen Klassenerhalt gereicht. Die Entscheidung im Abstiegskampf fällt jetzt am kommenden Sonnabend, dem letzten Spieltag. Dann haben die Auricher Heimrecht gegen die SG Menden.

Sie müssen gewinnen, um mit der SG nach Punkten gleichzuziehen. Da aber dann der direkte Vergleich zählt, müssen die Auricher mit 15 Toren Differenz gewinnen, damit sie in der Tabelle vor der SG Menden platziert sind. Denn das Hinspiel haben die Auricher damals mit 20:34 verloren.
Ein Sieg des OHV bei einer gleichzeitigen Niederlage der HSG Lemgo II würde ebenfalls den Klassen erhalt bringen.

Dass der TuS Volmetal ein Haufen ist, der emotional Handball spielt, das wollte Trainer Tim Schneider rüberbringen, als er die Mannschaft vor einem Monat übernahm. Das hat er am Sonnabend unter Beweis gestellt. Mit dem Sieg gegen den bis dahin punktgleichen OHV haben sich die Volmetaler am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert. Entsprechend fiel anschließend der Jubel aus. Die Atmosphäre in einem Bundesliga-Fußballstadion ist nichts dagegen.
Bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn ist die kleine Halle im Stadtteil Hagen-Dahl pickepackevoll. 400 sind es. Wenn überhaupt passen nicht viel mehr rein. Eigens für das Spiel gegen den OHV haben die Fans der Grün-Weißen eine Choreographie inszeniert.
Das Hinweisschild zur Halle aber ist von Dauer. Noch 600 Meter bis zur Handballhölle – der Willkommensgruß prangt als Wegweiser an der Brücke, die es ab von der Durchgangsstraße dorthin zunächst zu unterqueren gilt. Der Doppeldeckerbus, mit dem die Auricher angereist sind, passt nicht drunterdurch.

Entlang der Volme und im Kessel von steilen, bewaldeten Uferhängen geht es zur Halle. Sackgassenendlage. Dort aber haben die Volmetaler einiges auf die Beine gestellt und zeigen, dass sie im positiven Sinn ein handballverrücktes Volk sind.

Foto by Dieter Dröge