Die WP berichtet über Sebastian Rinus. Neuzugang des TuS Volmetal mag es familiär und dennoch leistungsorientiert. „Hier haben alle Bock!“

HAGEN.  Neuzugang des TuS Volmetal mag es familiär und dennoch leistungsorientiert. „Hier haben alle Bock!“

Wer aktive Sportler als Eltern hat, wird den Werdegang von Sebastian Rinus nachvollziehen können. Der 20 Jahre junge Student ist einer von drei externen Neuzugängen des Handball-Drittligisten TuS Volmetal – und ein Handballer durch und durch. Kein Wunder, schließlich war bereits sein Vater Andreas aktiv, sein Bruder Sascha ist es immer noch.

Training unter Mark Dragunski

In dem Sportinternat der Essener verbringt Rinus dann den maßgeblichen Teil seiner handballerischen Ausbildung von der C-bis zur A-Jugend. „Ich habe da auch dann mein Abitur gemacht“, sagt er. Trainiert wird unter der Leitung des ehemaligen Nationalspielers Mark Dragunski bereits vor dem Schulunterricht. Nach der Schule geht es direkt wieder in die Sporthalle, im Anschluss bietet der Verein eine Hausaufgabenbetreuung an.

„Das ist ein Leben für den Handball, alles dreht sich um Training und Spiele“, erinnert sich Rinus. Viele Einheiten, viele lange Fahrten – der Aufwand ist immens. „Klar habe ich mich zwischendurch auch mal gefragt, ob sich das alles lohnt“, sagt der Neu-Volmetaler. Doch er bleibt dabei und folgt seinem Trainer Dragunski im zweiten Jahr der A-Jugend zum Neusser HV.

Damals ist er bei der Fusion mit der HSG ART Düsseldorf dabei, aus beiden Vereinen geht der heutige Zweitligist HC Rhein Vikings hervor. Rinus sammelt bereits früh Erfahrungen im höherklassigen Handball, denn als den finanziell gebeutelten Düsseldorfern in der letzten Saison vor der Fusion die Spieler ausgehen, läuft er für die HSG auf – in der Regionalliga Nordrhein. „Das war eine ziemliche Umstellung, da wurde noch einmal professioneller und intensiver gearbeitet. Von einem auf den anderen Tag gab es viel mehr Möglichkeiten, alles war größer“, erinnert sich der 1,92-m-Mann an diese Zeit. Am Rhein verbringt er sein erstes Jahr im Herrenbereich – bevor er sich wieder an etwas Neues heranwagt.

Aurich-Spiel macht Appetit

Durch die Spielerberatung „Sport Impuls“, die unter anderem auch seinen jetzigen Teamkollegen Kevin Herzog vertritt, kommt der Kontakt nach Volmetal zustande. „Mir war vor allem wichtig, dass ich viel Spielpraxis sammeln kann. Außerdem mag ich das familiäre, aber trotzdem sehr leistungsorientierte Denken hier. Alle haben Bock, die Menschen hier leben den Handball“, erklärt der talentierte 1,92 m große Rückraumakteur seine Entscheidung pro Volmetal.

Dabei hatte der TuS zudem auch einen passenden Appetitmacher für Rinus bereit gelegt. Denn dieser kam zum alles entscheidenden Spiel der vergangenen Saison gegen den OHV Aurich in die Dahler Sporthalle. Volmetal gewann nach einer sensationellen Schlussphase und hielt die Klasse, gerade die Zuschauer blieben Rinus neben den überraschenden Szenen auf dem Spielfeld im Kopf. „Die Fans haben ein gutes Gespür dafür, wann sie benötigt werden“, so der 20-Jährige.

Tolles Tor sorgt für Staunen

Davon durfte sich der Student am ersten Spieltag der noch jungen Drittligasaison nun erstmals ein eigenes Bild vom Spielfeld machen. Beim Auftakterfolg gegen GWD Minden II misslingt ihm der Start, zwei Zwei-Minuten-Strafen sowie ein technischer Fehler im Angriff unterlaufen ihm. „Als ich dann wegen der zweiten Zeitstrafe auf der Bank saß, hat „Stuhli“ (Co-Trainer Jan Stuhldreher, Anm. d. Red.) mich gefragt ob ich weitermachen will. „Klar wollte ich das“, sagt er. Wie wichtig Rinus für den TuS sein kann, zeigte er dann in der Schlussphase der Begegnung. Mit seinem Hammer in das Kreuzeck bringt er die Volmetaler mit 24:22 in Führung und sorgt für großes Staunen auf den Rängen.

Nach dem Spiel geht es dann zu den Zuschauern, darunter natürlich auch sein Vater Andreas und sein Bruder Sascha. Es wird kurz gefachsimpelt, erste Eindrücke werden ausgetauscht, Sebastian wird beglückwünscht.

Die Familie brachte ihn zum Handball, nun bringt er die Familie zum Handball ins Volmetal.

Quelle: Fabian Vogel Westfalenpost Hagen

Foto: Katrin Kraja