Ein Interview mit dem neuen Trainerteam der Ersten. „Diese Mammutaufgabe können wir alle nur gemeinsam Bestehen!“

Es ist viel passiert in der letzten Zeit. Nur vier Punkte stehen in diesem Jahr auf unserer Habenseite. Wir sind damit mittendrin im Abstiegskampf der 3. Liga West. Wir haben die Ostertage genutzt, um mit unserem „neuen“ Trainerteam zu sprechen. Hier das ganze Interview mit Jan Stuhldreher und Tim Schneider.

Die ersten Trainingseinheiten unter Eurer Leitung sind rum. Wie hat die Mannschaft die Veränderung aufgenommen und wie ist die Stimmung vor den letzten fünf Spielen in dieser Saison?

„Man merkt, dass die Jungs extrem heiß sind. Sie zeigen eine enorme Leistungsbereitschaft, die Trainingsbeteiligung in den zahlreichen Trainingseinheiten war super – und das obwohl Ostern dazwischen lag. Die Stimmung unter den Jungs ist gut, wir ziehen ja auch alle an ein und demselben Strang. Es ist jetzt unbedingt notwendig, dass wir persönliche Befindlichkeiten beiseite schaffen und uns nur noch auf das Wesentliche konzentrieren: Abstiegskampf pur mit einem hoffentlich guten Ende. Aber wir sind da sehr positiv gestimmt.“

An welchen Stellschrauben wollt Ihr drehen? Wird es weitere Umstrukturierungen innerhalb der Mannschaft oder der Taktik geben?

„In der heißen Phase einer Saison sind die Möglichkeiten für taktische Änderungen oder sogar vollkommen neue Auftakthandlungen sehr begrenzt. Wir werden etwas an der Raumaufteilung arbeiten und bereits bestehende Auftakthandlungen konkretisieren. Die größte Aufgabe liegt allerdings darin, dass die Mannschaft wieder zur alten Stärke findet. Da geht es eher um mentale Arbeit. Wenn jeder seine Aufgabe kennt, wird die eigene Leistung messbar und ich kann die Leistung meiner Nebenleute auch einfordern. Diese Konstellation erzeugt einen Leistungssog, keinen Druck. Aus unserer Erfahrung kann ein zu hoher Druck leistungsmindernd wirken. Der Eindruck ist, dass die Jungs wieder Lust auf Leistung haben.“

Die Fans waren teilweise sehr unzufrieden mit den gezeigten Leistungen in den letzten Wochen. Wie geht die Mannschaft mit der Kritik um und wie will sie die Fans wieder „mitnehmen“? Nehmen alle den Abstiegskampf an?

„In der Mannschaft hat man schon eine kleine Verunsicherung gespürt. Die Jungs waren ja selbst unzufrieden mit ihren Leistungen. Allerdings hat man als mehr oder weniger neutraler Zuschauer auch das Gefühl gehabt, dass der letzte Wille und die Bereitschaft für seine Mitspieler alles zu geben, etwas abhanden gekommen war. Allerdings sind das die Tugenden, die insbesondere in einem Dorfverein wie wir es sind, an aller ersten Stelle in der Wertschätzung der Zuschauer stehen. Und genau das werden wir in den letzten fünf Spielen beweisen!
Wir können nicht versprechen, dass wir von Anfang an wunderschönen und erfolgreichen Handball spielen werden. Wir legen aber unsere Hand dafür ins Feuer, dass jeder Zuschauer eine Mannschaft sehen wird, die 60 Minuten lang bis aufs Blut kämpft und füreinander einsteht. Wir wollen und werden uns genau das Vertrauen unserer Fans zurück holen, welches wir uns über viele Jahre erarbeitet haben.
Wir hoffen da natürlich auf einen kleinen Vertrauensvorschuss von den Volmetaler Fans und gehen davon aus, dass die Hütte gegen Krefeld bereits ab der ersten Minute brennen wird. Denn diese Mammutaufgabe können wir nur alle gemeinsam Bestehen, damit meinen wir vom Zuschauer über den Ordner und die Kassierer bis hin zu Mannschaft und Trainer wirklich jeden im Tal. Dann werden wir auch wie im letzten Jahr in vier Wochen den Klassenerhalt in der dritten Handball-Bundesliga feiern!“

Also auf geht’s! Kommt und unterstützt die Jungs im Abstiegskampf am Samstag ab 1945h in der #dhb_liga3.
Interview: Jens Schilling; Fotos: Chris Neuhaus

Jan Stuhldreher.
Tim Schneider.