Ich kann mich noch einmal beweisen. Interview mit Yannick Blümel über seinen Wechsel nach Bommern.

Der Sport ist zuweilen ein schnelllebiges Geschäft. Das gilt für den Profi- ebenso wie für den Amateurbereich. Treue Akteure werden daher schnell zu Identifikationsfiguren in ihren Vereinen. So wie Yannick Blümel.

Der Handballer des TuS Volmetal ist seit nun mehr 20 Jahren in den Diensten des grün-weißen Vereins, spielt in der zweiten Mannschaft als Kapitän und Kreisläufer eine entscheidende Rolle in der Landesliga-Saison und dient auch dem Drittliga-Team immer wieder als Aushilfe. Doch nun gab der BWL-Student bekannt, dass er in der kommenden Saison zum Verbandsligisten TuS Bommern wechseln wird. Im Interview verrät er, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen ist.

Herr Blümel, wie sehr hat der TuS Volmetal Sie geprägt?
Auf jeden Fall sehr! Seit meinem ersten Jahr im Kindergarten spiele ich Handball. Und das immer nur in Volmetal.

Wie kamen Sie zum TuS?
Ich bin in Rummenohl aufgewachsen, da war das der nächstliegende Verein. Außerdem sind alle meine Kindergarten-Freunde dort zum Training gegangen. Da wollte ich natürlich auch mit.

Und Sie haben es auch nie bereut Auf gar keinen Fall. Volmetal ist für mich mehr als nur eine Mannschaft oder eine Freizeitbeschäftigung. Da steckt so unglaublich viel hinter, durch all die ehrenamtlichen Leute, die ihr ganzes Herzblut in diesen Verein stecken. Und die ja auch einfach richtig große Sachen zu Stande bringen.

Was war das einprägsamste Erlebnis?
Definitiv der Aufstieg in die Oberliga. Damals habe ich noch fest in der ersten Mannschaft gespielt. Nach dem letzten Spiel haben wir einen Bus geordert und sind damit durch ganz Hagen gefahren. Das habe ich noch bei keinem anderen Verein in so einem Ausmaß gesehen.

Durch eine Verletzung haben Sie fast zwei Jahre kein Handball gespielt. Wie sehr schränkt Sie das Ganze noch ein?
Ich hatte mir in der Vorbereitung 2014 das Kreuzband, den Meniskus und das Innenband gerissen. Danach standen zwei Operationen auf dem Plan. Nachdem ich die überstanden hatte, habe ich in der zweiten Mannschaft angefangen mich wieder ranzutasten und kann nun sagen: Ich bin wieder ganz der Alte.

Wie sehr hängt Ihr Wechsel zum TuS Bommern mit der Verletzung zusammen?
Es soll für mich einfach der Versuch sein, noch einmal herauszufinden, wie weit ich es nach meiner Verletzung wieder bringen kann. Dadurch, dass die erste Mannschaft mit Philipp Dommermuth und Frederik Kowalski auf meiner Position sehr gut besetzt ist, hätte ich dort keine Chance. Bei Bommern hingegen kann ich mich noch einmal beweisen.

Was sprach sonst noch für Ihren zukünftigen Verein?
Als ich zum Probetraining kam, musste ich niemandem vorgestellt werden, das ist ein schönes Gefühl. Zudem ist die Mentalität absolut die gleiche wie bei Volmetal. Deshalb war von vornherein klar: Es gibt keine andere Option, als diese beiden Vereine. Zudem ist Bommern ambitioniert und möchte in die Oberliga. Das reizt mich natürlich.

Aber eine Rückkehr schließen Sie dennoch nicht aus?
Absolut nicht. Der Vertrag mit Bommern läuft für eine Saison. Danach werde ich noch einmal schauen. Aber ich wünsche mir natürlich sehr, dass ich dann vielleicht auch in der ersten Mannschaft einen festen Platz bekomme, die Gespräche werden definitiv geführt. Außerdem bin ich mir sicher, dass ich dem TuS nicht nur als Spieler in der Zukunft erhalten bleibe, sondern denke, dass auch eine Rolle im Vorstand denkbar ist.

Interview: Linda Sonnenberg
Quelle: Westfalenpost Hagen Lokalsport