Wir befinden uns im Jahr 2017 n.Chr. Ganz Hagen ist von den Basketballern besetzt! Ganz Hagen? Nein!!
Ein von unbeugsamen Handballern und Fans bevölkertes Dorf im Volmetal hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.
Aber das Leben ist wahrlich nicht leicht für die Grünweißen. Müssen sie sich doch fortwährend im Spiel dem Gegner sogar mit Körperkontakt stellen. Ein Tor wird mit einem Punkt gewertet und nicht mit zwei oder gar dreien. Die Trikots haben halbe Ärmel, sind meistens zerrissen und nicht so sexy wie Opas Feinrippunterwäsche geschnitten. Außerdem klebt die ganze Halle wie die Bierkneipe Kastanie an Silvester. Die Menschenmassen und gegnerischen Fans können es sich nicht auf einem Heuboden gemütlich machen, sondern müssen wahrlich durch die Hölle gehen und bleiben dabei meistens stehen. Und das Allerschlimmste für die Spieler? Der Ball darf nur mit einer Hand geworfen werden. Kann das Leben wirklich so grausam sein?
Hört man sie nach guter alter Griesenbeckscher Art schreien, schimpfen oder mit den Füßen stampfen? Beschweren sie sich fortwährend?
Nein!
Denn im Tal soll es tatsächlich auch Sachen geben, die das Leben einigermaßen erträglich machen. So kommt das Bier seit 1877 aus der dorfeigenen Brauerei und ist sogar kalt und manchmal Alt! Es wird frisch zubereitet in handliche, kleine Glasflaschen gefüllt, auf denen manchmal sogar Fotos ihrer eigentlichen Götter abgedruckt sind. Genau wie das Bier, sollen auch die anderen Getränke sogar ein Gas enthalten, welches die armen Menschen im Volmetal „Kohlensäure“ nennen. Und das Beste? Hierfür müssen sich die durstigen Mäuler nicht tagelang in einer unmenschlich langen Warteschlange anstellen, um dann auch noch drei Goldstücke dafür zu bezahlen, sondern können bereits nach kürzester Zeit wieder ihren Helden auf dem Spielfeld zujubeln.
Und das Essen? Es ist natürlich kein Hummer, sondern besteht leider nur aus Rummenohler Schweinefleisch im Naturdarm und dazu gibt es ein trockenes Stück Weißbrot. Aber heiß ist es. Manchmal müssen sie auch Krokodile verspeisen, die rechts der Volme aufwachsen. Für die Herrscher im Tal haben sich die Menschen aber in ihrer Not etwas Besonderes einfallen lassen. So bringen sie gute Speisen und Liköre aus einer Märkischen Spezialitäten Brennerei oder vom Selbecker Stieg in tagelangen Fußmärschen bis an die Volme. Hiermit versuchen sie die Eindringlinge und ihre Gäste zu besänftigen.
Ihr fragt Euch jetzt bestimmt, wie man diesen armen Menschen helfen und sie von ihrem Leid befreien kann? Damit sie nicht wie Vögel vom Himmel fallen, falls sie der Sonne zu nahekommen oder vergessen ihre Schulden zu bezahlen?
Kommt am kommenden Samstag in diese sogenannte Handballhölle im Volmetal. Ab 17:00 Uhr könnt Ihr Euch selbst davon überzeugen, wie dieses grünweiße Menschenvolk versucht, das Beste aus seinen erbärmlichen Verhältnissen zu machen. Unterstützt sie mit einer Spende von 10-12€, die Ihr bei einem großen rundlichen Vertreter am Haupteingang abgeben könnt. Und wenn ihr dann seht und hört, wie diese Barbaren nach guter alter Griesenbeckscher Art schreien, schimpfen oder mit den Füßen stampfen dann unterstützt sie dabei! Sie brauchen Euch nämlich!
Denn hier, linksseitig der Volme gilt seit 1887 n. Chr. der Wahlspruch:
Einmal Taler, immer Taler!
In diesem Sinne, der Winter naht….
Jens Schilling
