Nach 22:18-Führung gibt der TuS Volmetal das Spiel in Minden aus der Hand. Der Spielbericht aus der Westfalenpost.

In Minden sah es schon nach dem fünften Saisonsieg für den TuS Volmetal aus, aber nach Doppelstrafe gegen Julius Blümel fehlten die Alternativen.

15 Minuten sind noch zu spielen in der Partie des Handball-Drittligisten TuS Volmetal bei der TSV GWD Minden II, als Moritz Schäpsmeier eine Entscheidung trifft, die das Spiel dreht. Der Trainer der Gastgeber nimmt nach einer Auszeit Volmetals Jan König in Manndeckung — und sorgt für die entscheidende Wendung. Am Ende jubeln die Ostwestfalen über einen 30:27 (12:13)-Erfolg gegen lange bessere Gäste aus Hagen.

Bis dahin sah es lange nach dem fünften Saisonsieg für das Team von Trainer Christoph Ibisch aus, eine Viertelstunde vor dem Ende führte der TuS mit vier Toren (22:18). „Danach haben wir es nicht verstanden, uns im ,Fünf gegen Fünf’ durchzusetzen“, sagte Co-Trainer Jan Stuhldreher. Immer wieder geriet Volmetal in der Schlussphase in Zeitnot, entsprechend schlecht und unvorbereitet waren die Abschlüsse. Minden kam Tor um Tor heran, als Julius Blümel eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt. Im Anschluss ließ sich der Jungspund zu einem Kommentar in Richtung der Schiedsrichter hinreißen — und vergrößerte damit unnötig die Zeit in Unterzahl für seine Mannschaft. Vier Minuten lang musste der TuS in der engen Schlussphase mit einem Mann weniger auskommen, zudem durfte das Eigengewächs nach drei Zeitstrafen nicht mehr mitwirken.

Da kurzfristig auch noch Niklas Polakovs mit einem Magen-Darm-Infekt ausgefallen war, fehlten den Volmetalern die Alternativen. „Die Unsicherheit im Angriff hat sich dann auch in der Deckung gezeigt“, berichtete Stuhldreher. Der Co-Trainer sprach von einer unnötigen Niederlage in Ostwestfalen, da seine Mannschaft vor allem im ersten Durchgang mehrere gute Gelegenheiten liegen ließ – Gelegenheiten, denen der TuS am Ende hinterher trauerte. „Wir hätten das Spiel schon früher entscheiden können“, ärgerte sich Stuhldreher im Nachgang. So reichten aufgrund einer simplen taktischen Maßnahme starke 45 Minuten nicht zum Sieg beim Start in die Rückrunde. 

Am kommenden Samstag trifft der Tabellenzwölfte in eigener Halle auf den Leichlinger TV — ein Spiel, das in der Hinrunde ähnlich lief wie die Partie am Samstag in Minden. Damals fiel Jan König in der Schlussviertelstunde verletzt aus und Leichlingen drehte die Partie. Eine Woche haben Ibisch, Stuhldreher und Co. nun Zeit, sich auf die Verhinderung einer Wiederholung vorzubereiten.

TuS Volmetal: Quick, Treude; König (10/1), Herzog (7), Kowalski (6), Dennis Domaschk (2), Warland (1), Müller (1), Schlotmann, Rinus, Blümel, Heidemann, Dommermuth.
Zuschauer: 67