Die aktuelle Tabellensituation in der Landesliga Gruppe 4 ist sehr erfreulich. Hier steht der zweite Platz für unsere Reserve.
Wir haben die spielfreie Zeit genutzt und ein Interview mit Tim Schneider geführt. er ist seit zwei Jahren der verantwortliche Trainer.
Jens Schilling:
Hallo Tim, die 2. Mannschaft hat im Rahmen der Herbstferien endlich mal 2 Wochen spielfrei – der perfekte Zeitpunkt um die Saisonstart mal Revue passieren zu lassen.
Tim Schneider:
Das stimmt, wir haben bisher nach einer sehr intensiven Vorbereitung ein straffes Auftaktprogramm ohne große Zeit zum Durchschnaufen absolviert.
JS:
Aktuell belegt ihr als Aufsteiger in einer ausgeglichenen Landesliga mit 10:4 Punkten einen sensationellen 2. Platz hinter Platzhirsch Westfalia Hombruch. War das zu erwarten?
TS:
Nein, natürlich nicht! Allerdings wissen die Jungs auch, damit umzugehen. Auch wenn wir als 2. Mannschaft nicht so sehr im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, merkt man schon was im Umfeld passiert. Nach unserem Start mit 2 Niederlagen und daher 0:4 Punkten habe ich immer wieder zu Spielern und Umfeld gesagt, dass das nicht über zu bewerten sei. Denn schon zu diesem Zeitpunkt war ich in weiten Teilen sehr zufrieden mit der Art und Weise des Spiels. Jetzt haben sich die Erfolge mit 5 Siegen in Folge zwar eingestellt, wir dürfen aber auch das nicht überbewerten. Wir werden nach einer kurzen Pause weiterhin alles dransetzen, unser Spiel zu verbessern und Abläufe noch stärker zu automatisieren. Das geht nur durch Trainingsfleiß mit der entsprechenden Disziplin, einem gemeinsamen Ziel und einer hohen Motivation. Alles Dinge, die meine Jungs auf die Platte bringen.
JS:
Was zeichnet Euch aus?
TS:
Ein zentraler Vorteil ist sicherlich die Qualität in der Breite. Wenn ein vermeintlicher Leistungsträger mal einen nicht so starken Tag erwischt, wirft halt jemand anders die Tore. Wir haben bereits 8 Spieler, die 2-stellig getroffen haben – das macht uns kaum ausrechenbar. Nicht zuletzt macht sich natürlich auch bemerkbar, dass wir nun im Kern bereits die 2 Saison zusammenarbeiten. Viele Abläufe benötigen einfach Zeit und unglaublich viele Wiederholungen, da entwickeln sich die Jungs quasi von selbst ständig weiter. Außerdem sind meine beiden Ex-A-Jugendlichen Juppse (Julius Blümel) und Schmiddi (Dominik Schmidt) nun mit vollem Fokus Bestandteil der Zweiten. Auch das macht sich bemerkbar, insbesondere Schmiddi macht zurzeit große Fortschritte.
JS:
Was geht diese Saison noch? Darf man träumen?
TS (lacht):
Träumen darf man immer, allerdings lieber nachts im Bett als auf der Platte! Nein, Spaß bei Seite! Unser Ziel vor der Saison war es, die Liga zu halten, um einen besseren Unterbau für unsere Erste bieten zu können. Ich will Spieler entwickeln und – wenn möglich – zu besseren Handballspielern mit bessern Entscheidungen machen.
JS:
Wie fühlt es sich dann an, wenn du dir anschauen kannst, wie ein Julius Blümel – wie gegen Menden – zum entscheidenden Spieler in der 3. Liga wird?
TS:
Das ist Fluch und Segen einer 2. Mannschaft! Natürlich gibt es Situationen, wo man aus dem Bauch heraus eher kurzsichtig denkt: im Spiel gegen die HSG Hohenlimburg muss ich in einem Superlauf von uns auf 2 ganz wichtige Spieler (Julius und Yannick Blümel) verzichten und mit nach Lemgo schicken, obwohl wir große Verletzungssorgen hatten. Da ärgert man sich zunächst, obwohl die Entscheidung ganz klar von mir getragen und letzten Endes sogar gefällt wurde, natürlich in Absprache mit allen Beteiligten. Da pflegen wir sowieso eine ganz enge Kommunikation mit Micha (Michael Wolf), Mase (Dirk Maruska) und Timmi (Tim Pfeiffer). Aber auch das sind die Tugenden, die wir im Tal in die Waagschale werfen können und müssen: bedingungslose gegenseitige Unterstützung, Offenheit und Zusammenhalt. Das sind Punkte, die nicht nur einzelne Spieler oder Mannschaften auszeichnen, sondern inzwischen eher ein Markenzeichen des ganzen Vereins geworden sind.
JS:
Da sieht man aber zumindest bis jetzt auch bei euren Spielen.
TS:
Das hoffe ich! Für mich gehört das zusammen. Wir präsentieren uns als geschlossene Einheit. Egal ob im eigenen Spiel beim Kampf um Punkte, als Unterstützung der Ersten auf der Tribüne – oder auch in der 3. Halbzeit (lacht). Gerade bei uns ist der soziale Teil natürlich unglaublich wichtig, da bei der engen finanziellen Situation in unserem Verein natürlich nur wenig für die Reserve übrigbleibt. Das soll übrigens kein Klagen sein – die finanzielle Unterstützung, die seitens des Vereins kommt, werden in gemeinsame Abende oder unsere Ausrüstung (wie z.B. Tape usw.) investiert. Wenn aber zufällig mal ein Zuschauer 2 Euro zu viel im Geldbeutel hat, wird sich unser Kassenwart Yannick sicherlich nicht dagegen sträuben, ihn anzunehmen (lacht).
Und ansonsten wird sich auch um die 2. Mannschaft unglaublich toll gekümmert! Dafür auch noch mal hier ein ganz großes Dankeschön – die Mannschaft weiß das Engagement von jedem Einzelnen zu schätzen! Ich hoffe, wir können es weiterhin mit Leistung zurückgeben. Man sieht bereits jetzt, dass das Interesse an uns größer wird. Wir werden um jeden zusätzliche Zuschauer kämpfen bis zum Umfallen, soviel kann ich versprechen – auch wenn es vermutlich nicht jedes Mal für eine Handballgala reicht.
JS:
Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!
Der TuS Volmetal wünscht allen ein paar schöne freie Tage!
Weiter geht´s mit der zweiten Mannschaft am 12. November um 18h gegen Villigst/Ergste in der Sporthalle Gänsewinkel.

